Erzählcafe der freien Altenarbeit Göttingen e.V.
am Freitag, 24. Februar 2012 im " Häuschen"
"Das Göttinger Ebertal: Erbe und Gegewart"
In Kooperation mit dem AWO Kinder- und Jugendhaus

Ebertal - Erzählcafé mit Fotopräsentation

Rund 80 Ebertäler, interessierte Anwohner sowie Vertreter aus Politik und Kultur kamen am letzten Freitag, den 24.2. 2012 im AWO-Häuschen am Lönsweg zum dritten Erzählcafé des Zeitzeugenprojektes der Freien Altenarbeit e.V. zusammen. Die Bäckerei Ruch hatte Kuchen gespendet und die Mitarbeiter des kooperierenden AWO-Häuschens hatten nun alle Hände voll zu tun mit Kaffe kochen und Kuchen verteilen.

Die Barackensiedlung Ebertal, im Ersten Weltkrieg Kriegsgefangenenlager, wurde nach dem Ersten Weltkrieg für Menschen, die dringend Wohnraum benötigten, vor allem kinderreichen Familien, zu einer Heimat. Die neuen Bewohner richten sich ein, betrieben Kleintierhaltung, pflanzten Obstbäume und bestellten ihre Gärten hinterm Haus. Mit eigenen Läden, Schuster, Arzt und Puppendoktor entwickelten sich dörfliche Strukturen, in denen jeder jeden kannte und auf ihn bauen konnte. In den sechziger Jahren mussten die Baracken einer Neubausiedlung des Städtischen Wohnungsbaus weichen. Obwohl die neuen Wohnungen viel Komfort boten, trauern bis heute viele Ebertäler der verloren gegangenen Heimat nach.

Rolf Jäger gab Bilder seiner Fotosammlung preis und kommentierte sie mit kleinen Anekdoten und humoristischen Einlagen. Bewegende Szenen spielten sich ab. Menschen, die sich zum Teil vierzig Jahre nicht gesehen hatten, saßen nun, fast wie früher, eng gedrängt beieinander und tauschten Erinnerungen aus. 



Mit emotionalen Ausbrüchen und Beifallsbekundungen erkannten die Menschen sich auf den ehemals briefmarkengroßen Fotos wieder, die nun mit einem Beamer für alle  an die Wand geworfen wurden. Es war spürbar: es besteht  ein großer Bedarf zur Aufarbeitung der Geschichte des Ebertals und der Erinnerungen seiner früheren Bewohner.