„Zubrot“ – Bestes von gestern und heute in Grone

Die AWO Göttingen und die Bäckerei Thiele schaffen Arbeitsgelegenheiten für Menschen mit seelischer Behinderung und setzen damit auch ein Zeichen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.

AWO Trialog hat erstmalig in Zusammenarbeit mit der Bäckerei Thiele ein Beschäftigungsangebot für psychisch erkrankte Menschen ins Leben gerufen.

Im Laden „Zubrot“ in Grone, Harzstr. 15, werden neben frischer Ware in erster Linie Backwaren von gestern zum halben Preis verkauft. Alle Backwaren werden von der Feinbäckerei Thiele geliefert.
„Zubrot“ ist ein Beschäftigungsangebot für psychisch erkrankte Menschen, das ihnen einen kleinen, aber dauerhaften Zuverdienst ermöglicht. Bis zu zehn Menschen mit seelischer Erkrankung, die den Leistungsanforderungen des ersten Arbeitsmarkts nicht mehr gerecht werden können, erhalten bei „Zubrot“ innerhalb eines gemeinsam erstellten Dienstplans stundenweise bezahlte Arbeitsplätze. Neu und innovativ ist dabei die Ausrichtung der individuellen Beschäftigungszeit am Leistungsvermögen des Einzelnen. Zu ihren Tätigkeiten gehören Vorbereitung der Backwaren für den Verkauf, der Verkauf der Produkte, Tagesabrechnungen, Reinigungsarbeiten sowie Dienstbesprechungen und Werbemaßnahmen. Begleitet werden sie dabei von zwei Mitarbeitern mit pädagogischer und ergotherapeutischer Ausbildung.
 
Backwaren des Vortags werden normaler Weise dem Verzehr durch Menschen entzogen und in Containern entsorgt, um z.B. an die Tierfuttermittelindustrie weiter gegeben zu werden. Aus Sicht der Initiatoren von „Zubrot“ ist dies eine bedauernswerte Form der Verschwendung auch am Folgetag noch hochwertiger, gesunder und genießbarer Lebensmittel. „Zubrot“ soll auch hier ein Zeichen setzen.

Geöffnet ist „Zubrot“ dienstags bis samstags von 9.00 bis 15.00 Uhr.


Foto: Hartwig

Michelle Schäfers und Katja Thiele-Hann (Bäckerei Thiele) sowie Dr. Michael Bonder, Josef Mörz und Agnes Kornrumpf (AWO-Trialog) am Eröffnungstag von „Zubrot“