Kreisverband Göttingen e.V.


Jahresbericht 2019

der

Beratungsstelle für
Kinder, Jugendliche und Eltern

Jutta-Limbach-Str. 3
37073 Göttingen

Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 2
34346 Hann. Münden






Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem vorliegenden Jahresbericht möchten wir Ihnen einen Einblick in unsere Beratungsarbeit und die besonderen Aktivitäten aus dem vergangenen Jahr geben, im Anschluss finden Sie die Statistik der durchgeführten Beratungen.

Im Jahr 2019 ist die Anzahl der Familien, die wir beraten haben, erneut gestiegen von 433 auf 469 Beratungen; gleichzeitig ist die Zahl der mit den Beratungen geleisteten Kontakte auf von 4 291 auf 5 036 in 2019 angewachsen. Für die Beraterinnen und Berater war es zeitweise eine Herausforderung, die Wartezeiten weiterhin kurz zu halten und die gleiche Intensität und Qualität der Beratungen aufrechtzuerhalten. Dies ist ausgesprochen gut gelungen und eine besondere Leistung des Teams, deshalb soll hier der Blick zu Beginn zusammenfassend auf die Statistik gerichtet werden: Mehr als ein Drittel (37,1 %) der Eltern nimmt die Beratung aus eigener Initiative auf, ein weiteres Drittel (38,4 %) kommt auf Anregung der Schule, der Kita oder dem Jugendamt zu uns. Ca. 2/3 der Kinder, die Anlass für die Beratung geben, sind unter 12 Jahre alt, unser Angebot hat einen deutlich präventiven Charakter allein aufgrund des Alters, mit dem wir Kinder oder Jugendliche erreichen. Auch in der Adoleszenz oder Pubertät kommen 30 % der Familien, häufig aus dem Grund, um größeren Krisen vorzubeugen. Die Hälfte der Fälle ist nach 10 Kontakten abgeschlossen, 1/3 nimmt aus guten Gründen deutlich länger Unterstützung in Anspruch. Wir begleiten viele Familien immer wieder in Schwellensituationen wie Einschulung, Schulwechsel und krisenhaften Einbrüchen im Familienleben.

Neben der Arbeit mit den Klienten gab es wie immer besondere Aktivitäten.

Pflegeelterngruppen:
Seit Sommer 2018 gibt es für den Hann.Mündener und den Göttinger Bereich ein in Kooperation von AWO Erziehungsberatung und Pflegekinderdienst durchgeführtes Gruppenangebot für Pflegeeltern. Frau Rüggeberg und Frau Schulz organisieren, moderieren und begleiten zusammen mit Frau Barwisch und Frau Becker vom Pflegekinderdienst des Landkreises die Treffen an den jeweiligen Standorten. Die Pflegeeltern treffen sich zu einem regen Erfahrungsaustausch zu Themen wie Kontakte mit der Herkunftsfamilie, Schulprobleme oder Selbstfürsorge. Dabei unterstützen sich die Pflegeeltern gegenseitig mit ihrem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz.
Da einige Pflegekinder von seelischer Behinderung betroffen oder bedroht sind, bestand zudem Interesse an der Arbeit der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung. Deshalb wurde zu einem Termin Frau Sommer-Aumeier von der EUTB eingeladen, die zu verschiedenen Themen informierte. Die Gruppen treffen sich regelmäßig sechsmal im Jahr und haben zu einer besseren Vernetzung der Pflegeeltern beigetragen.

Prävention:
Schon immer gehört es zu unseren präventiven Aufgaben; Vorträge in Kitas und Schulen anzubieten. Seit 2017 bietet unsere Beratungsstelle für Kindertagesstätten einen Elternabend zum Thema „Psychosexuelle Entwicklung von Kindern. Umgang mit sexuellen Grenzverletzungen“ an. Dieser Vortrag wurde in 2019 besonders stark nachgefragt. Wenn es im Spiel von Vorschulkindern, z.B. bei „Doktorspielen“, zu sexuellen Grenzverletzungen kommt, löst das nicht selten große Verunsicherung und Aufregung aus – bei Eltern und manchmal auch bei Erzieher*innen: Wie ist das Verhalten der Kinder einzuordnen? Wie soll man angemessen damit umgehen? Der Input von uns, z.B. auch über sexualpädagogische Konzepte von Kitas, und der Austausch der anwesenden Erwachsenen untereinander, Erzieher*innen und Eltern, tragen erfahrungsgemäß dazu bei, einen insbesondere für die Kinder hilfreichen Umgang mit dem Vorfall zu finden. Nicht selten konkretisieren sich auch Vorstellungen, wie zukünftig mit vergleichbaren Ereignissen umzugehen ist.

Kinderschutzfachkräfte:
Neben der Beratung von Fachkräften bei fraglicher Kindeswohlgefährdung bieten die Kinderschutzfachkräfte von Caritas und AWO gemeinsam Fortbildungen für Kita Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für Lehrerinnen und Lehrer an. Durch die Koordination des Netzwerkes Frühe Hilfen Stadt und Landkreis Göttingen wurde der Austausch und die Qualitätssicherung mit allen Fachkräften vorangebracht. Dazu hat auch die vom Netzwerk organisierte Fortbildung mit Herrn Prof. Dr. Radewagen zum Thema „Datenschutz und Garantenstellung“ im Juni 2019 beigetragen und wichtige inhaltliche Impulse gegeben.

Eine besondere Herausforderung für das Team der Beratungsstelle ist es, bei der Komplexität der Problemlagen und Vielfalt der Themen fachlich fit und motiviert zu bleiben. Dies gelingt über regelmäßige Fallbesprechungen, Austausch über Fortbildungen und  fachliche Inputs. Deshalb gilt mein Dank besonders dem großen Engagement der Mitarbeiter der Beratungsstelle, die diese Arbeit mit Sachverstand und Herz ausgefüllt haben. Im Standort  Hann. Münden arbeiten Elke Rüggeberg, Simone Schulz und Jona Ebker als Berater, Barbara Lehne in der Verwaltung; im Standort Göttingen Detlef Jansen, Hanna Hempfling und Vera Schreiber in der Beratung, Birgit Kirchhoff in der Verwaltung, in der Ambulanten Einzelfallhilfe Frau Anne Gregl. Als Kinderschutzfachkräfte für den gesamten Bereich arbeiten Detlef Jansen und Vera Schreiber.

Abschließend möchten ich allen danken, mit denen wir zusammenarbeiteten, ebenso wie denjenigen, die die Grundlagen unserer Arbeit bereitstellen, nämlich dem Jugendamt, dem Jugendhilfeausschuss und den politischen Gremien im Landkreis Göttingen und natürlich unserem Träger, der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Göttingen e.V.

Göttingen im Mai 2020

Vera Schreiber
Leitung